Warum viele KMU kein Suchmaschinenmarketing betreiben
Microsoft hat kürzlich eine Studie in Auftrag gegeben, um zu untersuchen, welche Haltung kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gegenüber Suchmaschinenmarketing (SEM) haben. Dazu wurden 400 KMU in Großbritannien befragt.
Dabei stellte sich heraus, dass 44% der befragten Unternehmen überhaupt kein SEM betreiben. Als Grund für die ablehnende Haltung werden drei Punkte genannt:
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34% gehen davon aus, SEM sei zu zeitintensiv.
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56% nennen die zu hohen Werbekosten als Hinderungsgrund.
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33% der Befragten halten SEM für zu kompliziert.
Die Motivation des Reports von Microsoft liegt auf der Hand: Werbung. Sehr subtil geht Microsoft dabei nicht vor. Die Werbebotschaften sind plump und die Einwände, die Microsoft den Bedenken der Unternehmen entgegen bringt, zeigen wenig Verständnis für die Skepsis der Unternehmen.
Einwand zu Punkt 1:
Microsoft behauptet, man könne einen Account binnen 15 Minuten eröffnen und live schalten. Joke! Wer noch nie etwas mit SEM zu tun hatte und sich mit dem adCenter Interface nicht auskennt und zudem mehr als 100 Keywords live bringen möchte, muss sich wohl doch ein paar Tage mit der Sache beschäftigen. Wer nicht blindlings herumwerkeln möchte, sollte zudem ein Tracking-System einführen, was auch nicht ganz so easy ist. Live geht der Account schon gar nicht auf Anhieb, da die Anzeigen erst mal von Microsoft geprüft werden. Oft wird ein Teil der Keywords abgelehnt (z.B. dann wenn sich Vertipper-Keywords in Ad Groups mit dynamischem Titel befinden). Diese Keywords kann der Anfänger dann manuell in vielen Stunden Arbeit in eine neue Anzeigengruppe verschieben, oder sich daran versuchen, die Anzeigengruppe als CSV runterzuladen, sie offline zu bearbeiten, usw.
Einwand zu Punkt 2:
“Actually, SMBs can invest as little as 10-20 pence per click or a monthly budget of around £5″
Wer 0,2£ pro Klick bezahlt und 5£ Budget hat, bekommt satte 25 Klicks im Monat. Wahnsinniger Effekt! Keine Frage, es ist sicherlich auch für einen Laien machbar, mit entsprechendem Einsatz, erfolgreich mit adCenter zu werben. Mit einem 15-min Account, ohne Tracking und ohne jegliche Erfahrung ist es aber undenkbar eine Kampagne profitabel zu bekommen.
Einwand zu Punkt 3:
Laut Microsoft, können Accounts ganz einfach vom Schreibtisch aus gesteuert werden und schon mit einigen wenigen Keywords sofort Resultate festgestellt werden. Ok, vom Schreibtisch aus kann man Accounts natürlich verwalten. Auch Resultate können umgehend festgestellt werden…bspw. dass vermutlich mehr Geld ausgegeben wurde, als man wieder reingeholt hat.
Fazit
Gutes SEM ist nicht ganz einfach. Größere Accounts sinnvoll zu strukturieren, Gebote zu optimieren und auf Wettbewerbsveränderungen zu reagieren, ist in der Tat komplex und zeitaufwendig, vor allem dann, wenn man dafür keine geeigneten Tools besitzt. KMU, die SEM gewinnbringend einsetzen wollen, haben zwei Möglichkeiten: Sie beschäftigen sich intensiv mit SEM und erlernen das Handwerk oder sie beauftragen Externe damit, diese Aufgabe zu übernehmen. Die Beauftragung einer Agentur ist nicht der einzige Weg. Es könnte auch in Erwägung gezogen werden, ein Affiliate Programm aufzusetzen und dieses gezielt für SEM-Affiliates attraktiv zu gestalten. Das Verlustrisiko (und tatsächlich anfallende Verluste) wird von den Affiliates vollständig getragen; gezahlt wird nur dann, wenn auch tatsächlich Produkte verkauft werden (eine Agentur wird sich zu einem derartigen Risikogeschäft vermutlich nicht bewegen lassen). Zudem führt Konkurrenz unter den Affiliates zu einer Art “Bidding War”, was den Traffic zusätzlich erhöht.
