SEM Strategie – Eure Meinung ist gefragt!

Angenommen Ihr habt einen Kunden aus dem Versand- oder Einzelhandel, arbeitet in einem Unternehmen im Online-Marketing oder als SEM-Affiliate. Eure Aufgabe ist es, eine umfassende SEM-Kampagne zu implementieren, die binnen 10 Wochen profitabel sein muss und gleichzeitig nicht mehr als 5000 Euro Verlust machen darf während der ersten Wochen. Das Unternehmen hat ein riesiges Angebot mit abertausenden Produkten aus den verschiedensten Kategorien. Ihr habt eine Keyword-Liste mit 500.000 Keywords erstellt, die bereit zum Hochladen wäre, und Anzeigen geschrieben. Das Problem ist aber nun, dass vermutlich nur 10% der Keywords gut konvertieren werden, die restlichen 90% aber Verlust bringend sein werden (ist ja nicht unüblich).

Wie würdet Ihr versuchen, dieses Problem zu lösen?

  • Vorsichtig bieten, um zu Beginn nicht zu viel Geld zu verblasen.
  • Aggressiv bieten, um schnell die Spreu vom Weizen trennen zu können.
  • Zuerst die besten Produktkategorien bzw. die besten Produkte bewerben und die Kampagne dann ausweiten?
  • Ihr habt Methoden, um die Conversion Rates und den EPC (Earning per Click) für die einzelnen Keywords abschätzen zu können und könnt auf diese Weise anfängliche Verluste gering halten. Wenn ja, welche?

Bin mal gespannt, wie Ihr vorgehen würdet.

8 Reaktionen zu “SEM Strategie – Eure Meinung ist gefragt!”

  1. Markus

    Ich würde auf jeden Fall aggressiv bieten. Das 5.000-Euro-Limit ist dabei zwar ein Problem, aber keines, das man nicht am Verhandlungstisch lösen könnte. ;)

  2. Andreas Reiffen

    Aggressiv zu starten halte ich auf jeden Fall auch für die beste Strategie. Abgesehen davon, dass sich das positiv auf die History auswirkt, findet man schnell heraus, welche Art von Keywords und Anzeigen gut performen. Wäre doch schön, wenn man diese Strategie mit dem Gedanken aus Punkt 4 kombinieren könnte!

    Ich habe den letzten Punkt ins Spiel gebracht, weil ich denke, dass genau an dieser Stelle erhebliche Optimierungspotenziale für SEM-Kampagnen liegen. Es gibt bisher keine Tools, um das Problem zu lösen. Stellen wir uns vor, man könnte die anfänglichen Verluste auf ein Fünftel senken! Gibt’s vielleicht Möglichkeiten, um die Gebote im Voraus besser abschätzen zu können?

  3. Markus

    Damit kann ich leider nicht dienen. Fehlt mir auch etwas die Idee dazu.

    Man müsste wohl die “Kommerzialität” (Anzahl der Bieter, Höchstgebot) des Keywords und die Übereinstimmung mit dem eigenen Angeobt irgendwie in eine Formel bringen. Dabei ist der zweite Punkt an sich schon sehr “schwammig”. Ich halte das für wenig aussichtsreich.

    Am besten hilft da wohl immer noch: viel Erfahrung und viel Vorbereitungs-Arbeit.

  4. Andreas Reiffen

    Stimmt, das ist schon eine recht komplexe Aufgabe. 100%-ige Perfektion ist natürlich unmöglich, eine enorme Verbesserung könnte man aber möglicherweise schon erzielen. Ich denke, dass gerade in diesem Bereich (Retail) der Preis der Produkte einen sehr starken Einfluss auf die Conversion Rate der korrespondierenden Keywords hat.

    Wenn man nun die Keywords aus einem Product Feed extrahiert (verschiedene Variationen von Brand + Beschreibung), könnte man doch in den Feeds der wichtigsten Konkurrenten (sind ja in der Regel verfügbar) suchen, um den billigsten Preis zu finden. Mein Preis Produkt X >> Preis Produkt Y billigster Konkurrent –> korrespondierende Keywords konvertieren schlecht; Mein Preis Produkt X < < Preis Produkt Y billigster Konkurrent --> Keywords konvertieren gut.

    Bei eigenen Produkten, die sich preislich kaum von denen der Konkurrenz unterscheiden, müsste man so etwas wie die Stärke der eigenen Marke im Vergleich zu der der Konkurrenz berücksichtigen. Klingt schwierig, ist es aber gar nicht unbedingt. Die Leute achten sehr stark darauf, wo sie einkaufen und kaufen bei geringen Preisunterschieden dort, wo sie am meisten Sicherheit haben. In diesem Fall hat noname.de eher schlechte Karten gegen brand.de.
    Auf diese Weise werden dann die Conversion Rates geschätzt. Das Startgebot könnte man dann folgendermaßen berechnen: BID = (Deckungsbeitrag Product X * geschätzte Conversion Rate) * Aggressivitätsfaktor (z.B. 1,5).

    Wie gesagt, perfekt wird das nicht sein, womöglich aber deutlich besser, als ein Start aus dem Bauch heraus.

  5. Markus

    Der Vergleich mit der Konkurrenz ist natürlich ein interessanter Ansatz. Daran hätt ich garnet gedacht ;)

    Bei dem Faktor, der die “stärke der Marke” bestimmt, müsste man noch andere Faktoren wie z.B. Versandkosten oder Zahlungsmöglichkeiten im Vergleich zur Konkurrenz berücksichtigen.

    Für einen besseren – oder sagen wir für einen sichereren Start könnte das wirklich Sinn machen. Aber damit anfängliche Verluste auf ein Fünftel zu senken, erscheint mir schon recht optimistisch.

    PS: auch dir möchte ich an dieser Stelle das “Subscribe to Comments”-Plugin ans Herz legen: http://txfx.net/code/wordpress.....-comments/ ;)

  6. Andreas Reiffen

    Es gibt noch eine Reihe anderer Faktoren (zwei hast Du schon genannt), die man einbeziehen könnte. Bspw. wie visibel die Konkurrenten in den SERPs sind, oder…
    Aber ok, 1/5 ist schon ehrgeizig gesteckt. Keep in mind: durch falsche Gebote verliert man Geld viel schneller als man es durch richtige Gebote verdient ;-)
    PS: danke für den Tip!

  7. italianstallion

    also wir sollen dir hier die arbeit abnehmen, da du keine ahnung hast? schick den kunden doch gleich zu mir ;) ersthaft. glaubst du nicht dein kunde könnte vielleicht auch deinen blog lesen und bemerken, dass du mit der sache überfordert bist da du a. womöglich keine erfahrung mit keywords in diesem bereich hast.. und b. nicht die richtigen tools kennst die dich dabei unterstützen. …und nebenbei eine kampagne zur weihnachtszeit zu starten ist für die history …. solltest du wissen.

  8. Andreas Reiffen

    @ italianstallion:
    In erster Linie ging es darum eine neue Perspektive aufzudecken (siehe vierter Kommentar). Tools, die dieses Problem lösen, sind mir nicht bekannt. Kannst Du mir welche nennen?
    Im ersten Wort des Beitrags heißt es “Angenommen …”. Es ist also eine rein hypothetische Frage. Wir beschäftigen uns mit Optimierungsproblemen und nicht mit Kundengewinnung. Wenn Du mit dem skizzierten Lösungsansatz nichts anfangen kannst, dann liegt das möglicherweise daran, dass Dir Möglichkeiten zur Umsetzung fehlen. Du bist aber auch gerne eingeladen, sinnvollere Vorschläge zu machen ;-)

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